Eine Powerstation steht selten im Mittelpunkt. Sie steht im Kofferraum, im Arbeitszimmer oder auf dem Stellplatz und soll dort drei Dinge tun: Geräte versorgen, sich selbst wieder aufladen und rechtzeitig erkennen lassen, wann ihre Grenzen erreicht sind. Bei der ALLPOWERS P1800 mit 1.024 Wh Speicherkapazität sieht das so aus.
Kurz gesagt: Die P1800 lädt über das Stromnetz, über Solarmodule oder über beide Eingänge gleichzeitig. Liegen beide an, hat der MPPT-Eingang Vorrang. Die App übernimmt Überwachung, Grenzwerte, Zeitpläne und Firmware-Updates; die drei Tasten am Gehäuse schalten das Gerät und seine Ausgänge. Wichtige Grenzen sind 1.800 W laufende AC-Last, die Abschaltung des AC-Ausgangs bei 5 % Ladestand und ein Ladetemperaturbereich von 0 bis 45 °C.
Wie sich eine tragbare Powerstation und ein stationärer Solarspeicher die Aufgaben teilen, lesen Sie im Beitrag P1800 und BS2500 Pro im täglichen Einsatz.
Drei Ladewege – und welcher davon Vorrang hat
Die P1800 lädt auf drei Wegen: über den Netzeingang, über den Solareingang oder über beide gleichzeitig. Liegen beide Eingänge an, hat der MPPT-Solareingang Vorrang; der Netzanteil tritt zurück.
Wie viel Leistung tatsächlich aus den Modulen kommt, hängt von der Sonneneinstrahlung und den Bedingungen am Eingang ab.
An der Steckdose: drei Ladestufen statt einer Ladezeit
Der Netzeingang ist eine AC-Buchse mit einem einzelnen Anschluss, in Deutschland für 220–240 V und 10 A bei 50/60 Hz ausgelegt. Am Netz lädt die P1800 in drei Stufen: Schnellladen mit 1.200 W, Standardladen mit 800 W und Leisemodus mit 500 W.
Die Ladeangabe „0 bis 80 % in einer Stunde“ gilt für einen einzelnen AC-Eingang und beschreibt den Weg bis 80 %, nicht bis zur vollständigen Ladung. Im Leisemodus tauschen Sie Tempo gegen Ruhe – abends im Wohnraum ist das häufig der bessere Kompromiss.
Mit Solarmodulen: XT60, 650 W und ein Spannungsfenster
Der Solareingang ist ein einzelner XT60-Anschluss und nimmt höchstens 650 W auf. Entscheidend ist außerdem das zulässige Spannungsfenster: Die Module müssen zwischen 11 und 60 V liefern. Unterhalb von 30 V nimmt das Gerät höchstens 8 A auf, ab 30 V höchstens 13 A. Ein Verpolungsschutz ist vorhanden.
Blinkt die Anzeige für den Solar- und Kfz-Eingang, gibt es zwei mögliche Ursachen: Entweder hat der Schwachlichtschutz ausgelöst oder die Eingangsspannung liegt außerhalb des zulässigen Bereichs. Blinkt sie bei gutem Wetter dauerhaft, prüfen Sie die Verschaltung der Module und deren Leerlaufspannung. Beides entscheidet darüber, ob der Eingang im Fenster von 11 bis 60 V bleibt.
Was die App übernimmt – und was an den Tasten bleibt
Die Bedienung verteilt sich auf zwei Ebenen. Die App verbindet sich per Bluetooth oder WLAN; Bluetooth arbeitet ab Version 4.0 und ist im Auslieferungszustand aktiviert. Sie übernimmt Energieüberwachung, Fernsteuerung, Funktionseinstellungen und Firmware-Updates, die wahlweise über USB oder OTA laufen.
Zwei Einstellungen lohnen sich direkt nach der Einrichtung: eine Ladeobergrenze und eine Entladeuntergrenze. Mit Zeitplänen lassen sich je nach Verbindung Lade- und Entladevorgänge über AC, den Solar- oder Kfz-Eingang, 12 V sowie USB-A und USB-C planen.
Am Gehäuse bleiben die direkten Schaltvorgänge. Halten Sie den Hauptschalter drei Sekunden gedrückt, um das Gerät ein- oder auszuschalten. Die AC-Taste schaltet die Steckdosen. Ein kurzer Druck auf die DC-Taste schaltet USB-A, USB-C, den Kfz-Anschluss und die DC-Ausgänge. Jede Aktion wird mit einem kurzen Signalton bestätigt. Um ihn auszuschalten, halten Sie die AC- und DC-Taste gemeinsam drei Sekunden gedrückt.
Das Display zeigt unabhängig von der App die Gesamteingangs- und Gesamtausgangsleistung, die verbleibende Lade- oder Entladezeit, den Batterieladestand sowie den Status von WLAN und Bluetooth.
Wann die P1800 abschaltet: Last, Ladestand und Temperatur
Drei Größen entscheiden darüber, ob die Powerstation weiterarbeitet. Für jede gibt es einen Punkt, an dem sie abschaltet.
Die Last: 1.800 W gelten für alle vier Steckdosen zusammen, nicht für jede Steckdose einzeln. Die Spitzenleistung von 3.600 W deckt kurze Anlaufmomente ab, verschiebt diese Dauergrenze aber nicht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist darauf hin, dass wärmeerzeugende Geräte wie Wasserkocher, Heizgeräte oder Kochplatten schnell 1.500 bis 2.000 W pro Gerät erreichen. Zwei solcher Geräte gleichzeitig liegen damit bereits über der Dauergrenze.
Wird die Grenze überschritten, erscheint eine Überlastwarnung. Sobald einzelne Verbraucher getrennt werden und die Gesamtleistung wieder im normalen Bereich liegt, erlischt die Warnung von selbst. Auch der Kurzschlussschutz wird durch das Trennen der Verbraucher zurückgesetzt; der Entlade-Überstromschutz arbeitet mit einer Verzögerung von 32 Sekunden.
Der Ladestand: Bei 5 % wird der AC-Ausgang deaktiviert, bei 0 % der DC-Ausgang. Praktisch bedeutet das: Die Steckdosen gehen vor den USB- und 12-V-Ausgängen aus.
Die Temperatur: Laden ist im Bereich von 0 bis 45 °C möglich, Entladen von −10 bis 45 °C. Wer die P1800 im Winter in einem unbeheizten Fahrzeug aufbewahrt, sollte sie zum Laden in einen wärmeren Raum bringen.
Der LiFePO4-Akku ist auf 3.000 Zyklen bis mindestens 70 % Restkapazität ausgelegt. Diese Zahl beschreibt die verbleibende Kapazität nach der angegebenen Zyklenzahl, nicht eine feste Betriebsdauer in Jahren. Die gespeicherten 1.024 Wh stehen außerdem nicht vollständig an der Steckdose zur Verfügung. Warum Speicherkapazität und Nutzenergie auseinanderfallen, erklären wir in einem eigenen Beitrag.
Zum laufenden Betrieb gehört außerdem ein Leerlaufverbrauch von höchstens 18 W. Bleibt der AC-Ausgang eingeschaltet, ohne dass ein Gerät betrieben wird, geht Energie ohne nutzbare Gegenleistung verloren.
Bei Stromausfall: was die Umschaltung abdeckt – und was nicht
Die P1800 verfügt über eine USV-Funktion mit einer Ziel-Umschaltzeit von höchstens 10 ms. Fällt das Stromnetz aus, schaltet sie selbstständig auf Batteriebetrieb um und versorgt die angeschlossenen Geräte weiter.
Das Wort „Ziel“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Der Wert beschreibt die Auslegung des Umschaltvorgangs, nicht das Verhalten jedes einzelnen angeschlossenen Geräts. Ob beispielsweise ein bestimmter Computer oder eine Heizungssteuerung ohne Neustart weiterläuft, sollte vor dem Ernstfall mit genau diesem Gerät kontrolliert getestet werden.
Die Powerstation versorgt einzelne Verbraucher, die direkt an ihre Ausgänge angeschlossen sind. Für Arbeiten an der Hausinstallation schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: „Arbeiten an der Hausinstallation dürfen nur von Elektrofachbetrieben erfolgen.“ Wer bei einem Stromausfall in die Haus- oder Wohnungsverteilung einspeisen möchte, muss dies mit einem Elektrofachbetrieb klären und darf dafür nicht einfach die Steckdosen der Powerstation verwenden.
Batteriesysteme können als Kurzzeitenergiespeicher für die Notstromversorgung eingesetzt werden. Für die benötigte Wechselspannung von 230 V ist ein Wechselrichter erforderlich. Die P1800 bringt ihn mit und liefert an ihren Steckdosen eine reine Sinuswelle.
Drei Schritte, bevor das erste Gerät angeschlossen wird
Vor dem ersten Einsatz der P1800 lohnt eine kurze Rechnung in drei Schritten:
- Addieren Sie die Leistung aller Geräte, die gleichzeitig laufen sollen, und halten Sie die Summe unter 1.800 W.
- Schätzen Sie, wie viel Energie bis zur nächsten Lademöglichkeit benötigt wird, und vergleichen Sie diesen Bedarf mit den gespeicherten 1.024 Wh.
- Legen Sie fest, welcher Ladeweg anschließend verfügbar ist: Steckdose, Solarmodule oder beide Eingänge.
Diese drei Größen ersetzen einander nicht. Mehr Kapazität hebt die Leistungsgrenze nicht an, und ein schneller Ladeweg ersetzt keine Kapazität.
Die vollständigen technischen Daten und den aktuellen Lieferstatus finden Sie auf der Produktseite der ALLPOWERS P1800. Liegt Ihre benötigte Dauerleistung regelmäßig über 1.800 W, können Sie weitere Powerstations mit höherer Leistung vergleichen.
Häufige Fragen
Brauche ich die App, um die P1800 zu benutzen?
Nein. Ein- und Ausschalten sowie das Schalten der AC- und DC-Ausgänge erfolgen über die drei Tasten am Gehäuse. Das Display zeigt Leistung, Restzeit und Ladestand auch ohne Verbindung. Die App benötigen Sie für Grenzwerte, Zeitpläne, Fernsteuerung und Firmware-Updates.
Kann ich die P1800 bei Frost benutzen?
Betrieb und Laden haben unterschiedliche Temperaturbereiche. Entladen ist von −10 bis 45 °C möglich, Laden erst ab 0 °C. Bei Minusgraden können Sie daher Geräte versorgen; zum Nachladen sollte die Powerstation wieder eine Temperatur von mindestens 0 °C erreicht haben.
Was bedeuten Dauerton, Fehlercode und Temperaturwarnung?
Ein kontinuierlicher Warnton weist auf einen schwerwiegenden Gerätefehler hin; zusätzlich zeigt das Display einen Fehlercode an. Über- und Untertemperaturwarnungen melden, dass der jeweilige Temperaturschutz ausgelöst hat. Eine Überlastwarnung erlischt automatisch, sobald die Gesamtleistung wieder im normalen Bereich liegt.