Einen pauschal besten Balkon-Energiespeicher gibt es nicht. Passend wird ein Speicher erst, wenn Sie PV-Anlage, Speicher und Haushaltslast getrennt betrachten. Danach entscheiden fünf Punkte: Abendverbrauch, maximal wählbare Einspeiseleistung, Solareingänge und Ausrichtung, Notstrombedarf sowie Aufstellort und Messung.
Kurz gesagt: Die passende Speichergröße richtet sich vor allem danach, wie viel Strom Ihr Haushalt am Abend und in der Nacht benötigt. Der BS2500 Pro mit rund 2,6 kWh passt eher zu einem kleineren Abendbedarf. Der BS5000 Pro mit mehr als 5 kWh ist für einen höheren Energiebedarf gedacht, sofern regelmäßig genügend Solarüberschuss zum Laden vorhanden ist. Vor dem Kauf müssen außerdem Einspeiseleistung, Solareingänge, Notstromfunktion, Traglast und Messkonzept geprüft werden.
Balkonkraftwerk, Speicher und Haushaltslast richtig unterscheiden
Vor der Speichergröße stehen drei Begriffe, die im Alltag häufig vermischt werden.
Das Balkonkraftwerk – genauer: die PV-Anlage aus Solarmodulen und Wechselrichter – erzeugt Strom, solange Licht auf die Module fällt. Der Balkon-Energiespeicher ist ein eigenes Gerät. Er nimmt Solarstrom auf und gibt ihn später wieder ab, erzeugt aber selbst keinen Strom. Die Haushaltslast bezeichnet den Strom, den Kühlschrank, Router, Beleuchtung, Fernseher, Herd und andere Geräte zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen.
Mittags erzeugt die PV-Anlage häufig mehr Energie, als der Haushalt unmittelbar verbraucht. Ohne Speicher fließt dieser Überschuss ins Netz. Abends sinkt die Solarproduktion, während der Verbrauch häufig steigt. Ein Speicher kann diese zeitliche Lücke schließen.
Ob die Auslegung grundsätzlich passt, erkennen Sie am Netzbezug in den Abendstunden. Dieser lässt sich am Stromzähler und – abhängig von der vorhandenen Messung – in der Eigenverbrauchsanzeige der App ablesen.
Wie viel Speicherkapazität Ihr Abend wirklich braucht
Die Rechnung beginnt mit dem Abendverbrauch, nicht mit der maximalen Leistung der Solarmodule. Ermitteln Sie zunächst die durchschnittliche Grundlast und die Anzahl der Stunden, die der Speicher überbrücken soll.
Grundlast in Watt × gewünschte Nutzungsdauer in Stunden ÷ 1.000 = Energiebedarf in kWh
Beispiel: 300 W × 6 Stunden ÷ 1.000 = 1,8 kWh.
Zur berechneten Grundlast kommen Verbrauchsspitzen, die nicht ständig auftreten – etwa durch Wasserkocher, Backofen oder Waschmaschine. Außerdem steht die Nennkapazität je nach gewählter Entladegrenze nicht vollständig zur Nutzung bereit. Bei den technischen Daten des BS2500 Pro und des BS5000 Pro ist eine Entladegrenze von 0 bis 30 % einstellbar. Wird eine Reserve eingestellt, verbleibt dieser Anteil im Speicher.
Wer zu knapp rechnet, hat an trüben Tagen möglicherweise keine ausreichende Abendreserve. Ein zu großer Speicher kann dagegen im Winter häufig nicht vollständig geladen werden. Die Produktunterlagen beider Geräte nennen bis zu 6.000 Ladezyklen und mindestens 80 % Restkapazität; die genaue Angabe muss immer zum jeweiligen Modell und aktuellen Datenstand passen.
Einspeiseleistung: Was das Gerät kann und welcher Wert für die Anmeldung zählt
Die Einspeiseleistung entscheidet mit darüber, unter welchen Regeln die Anlage betrieben wird. Nach § 8 Absatz 5a EEG gelten vereinfachte Anschlussregeln für Steckersolargeräte mit einer installierten Leistung von insgesamt bis zu 2 kW und einer Wechselrichterleistung von insgesamt bis zu 800 VA, sofern weitere gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind.
Innerhalb dieser Grenzen und bei unentgeltlicher Abnahme können laut Bundesnetzagentur keine zusätzlichen Meldungen beim Netzbetreiber verlangt werden. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt erforderlich.
Wichtig: Die Grenze von 800 VA bezieht sich auf die höchstmögliche wählbare Wechselrichterleistung des Steckersolargeräts. Sie ist nicht automatisch identisch mit einer aktuell im Menü eingestellten Einspeiseleistung in Watt.
Bei den ALLPOWERS Balkon-Energiespeichern nennen die technischen Daten eine von 0 bis 2.400 W einstellbare Netzeinspeisung, einen Standardwert unter 800 W und die Unterstützung von Nulleinspeisung. Diese Watt-Angabe ist jedoch kein automatischer Nachweis dafür, dass die für die Sonderregel maßgebliche Wechselrichterleistung höchstens 800 VA beträgt.
Ob die konkrete Anlage die vereinfachten Regeln erfüllt, muss anhand des jeweiligen EU-SKU, der maximal wählbaren Wechselrichterleistung und der gesamten Installation geprüft werden. Bei Unsicherheit sollte die Auslegung mit einer Elektrofachkraft oder dem zuständigen Netzbetreiber abgestimmt werden.
Warum zwei Solareingänge einen Unterschied machen können
Zeigen alle Solarmodule in dieselbe Richtung und liegen unter vergleichbaren Bedingungen, reicht ein Eingang häufig aus. Verteilen sich die Module dagegen auf zwei Ausrichtungen – beispielsweise Ost und West oder Balkonbrüstung und Fassade –, können zwei getrennte MPPT-Eingänge die Modulgruppen unabhängig regeln.
Das kann bei unterschiedlichen Ausrichtungen oder zeitweiser Verschattung hilfreich sein. Die tatsächliche Ertragsdifferenz hängt jedoch von Modulverschaltung, Schatten und Sonneneinstrahlung ab.
Die technischen Daten des BS2500 Pro und des BS5000 Pro nennen zwei MPPT-Kanäle mit jeweils maximal 1.000 W Eingangsleistung. Die angeschlossenen Module müssen zum vorgesehenen Eingangsspannungs- und Strombereich von 10 bis 100 V DC und 2 × 16 A passen.
Für beide Geräte werden ein PV-Ladewirkungsgrad von 96 % und ein MPPT-Wirkungsgrad von 99,8 % angegeben. Diese Werte beschreiben nur bestimmte Umwandlungsschritte vom Solarmodul zum Speicher. Daraus lässt sich kein Gesamtwirkungsgrad der vollständigen Anlage ableiten.
Nur Netzbetrieb oder auch Notstrom – und wohin kommt das Gerät?
Ein Speicher im reinen Netzbetrieb verschiebt Solarstrom in den Abend, versorgt bei einem Stromausfall aber nicht automatisch angeschlossene Verbraucher. Wer Licht, Router oder Kühlschrank weiterbetreiben möchte, benötigt einen dafür vorgesehenen Inselnetzausgang.
Die Produktdaten des BS2500 Pro und BS5000 Pro nennen dafür eine Nennausgangsleistung von 2,4 kW, eine Spitzenleistung von 4,8 kVA für 10 Sekunden und eine EU-Steckdose. Diese Werte beschreiben den Geräteausgang und sind keine Zusage dafür, einen gesamten Haushalt versorgen zu können.
Vor der elektrischen Planung steht der Aufstellort. Der BS2500 Pro wiegt rund 40 kg, der BS5000 Pro rund 65 kg. Ob Balkonboden, Brüstung oder Außenwand das Gewicht dauerhaft tragen können und wie das Gerät befestigt werden darf, sollte durch Eigentümer, Hausverwaltung oder eine geeignete Fachkraft geklärt werden.
Beide Geräte sind laut Produktdaten nach IP65 geschützt. Für den BS2500 Pro wird ein Lade- und Entladetemperaturbereich von −10 bis 55 °C, für den BS5000 Pro von −20 bis 55 °C angegeben. Ob ein bestimmter Außenstandort geeignet ist, hängt zusätzlich von Anleitung, Witterungsschutz, Kondenswasser, Befestigung und Belüftung ab. Ein schattiger, gut belüfteter Platz ist grundsätzlich vorzuziehen.
Ohne passende Messung keine bedarfsgerechte Eigenverbrauchsregelung
Für eine automatische, am aktuellen Hausverbrauch ausgerichtete Regelung muss das System wissen, wie viel Energie der Haushalt gerade benötigt. Bei den ALLPOWERS Geräten kann die Messung über einen kompatiblen Smart Meter oder eine intelligente Steckdose erfolgen. Zusätzlich stehen Versorgungsmodi und Zeitfenster zur Verfügung.
Ohne solche Messung sind feste Zeitpläne oder manuelle Einstellungen möglich. Eine automatische, am tatsächlichen Bedarf orientierte Steuerung kann dann jedoch nicht vorausgesetzt werden.
Im Modus Batterievorrang lädt die verfügbare PV-Leistung zunächst den Speicher. In diesem Modus speist der Speicher nicht ins Netz ein. Zusätzlich lassen sich Lade- und Entladegrenzen einstellen: Die Entladegrenze reicht von 0 bis 30 %, die Ladegrenze von 60 bis 100 %. Damit bestimmen Sie, wie viel Reserve für einen möglichen Stromausfall verbleibt und wie viel freie Kapazität am nächsten Morgen verfügbar ist.
Bewerten Sie das Ergebnis über mindestens zwei Wochen und unter unterschiedlichen Wetterbedingungen. Ein geringerer Netzbezug am Abend und ein morgens nicht dauerhaft vollständig geladener Speicher sind erste Hinweise auf eine passende Einstellung.
BS2500 Pro oder BS5000 Pro: Welche Größe passt besser?
Bei den wichtigsten Ein- und Ausgangsparametern sind die beiden Systeme ähnlich ausgestattet. Die größten Unterschiede liegen bei Kapazität, Gewicht, Abmessungen und Erweiterungsmöglichkeiten.
| Merkmal | BS2500 Pro | BS5000 Pro |
|---|---|---|
| Speicherkapazität | rund 2,6 kWh | mehr als 5 kWh |
| Geeigneter Bedarf | eher 1 bis 2 kWh Abendverbrauch | höherer Abend- und Nachtverbrauch bei ausreichendem Solarüberschuss |
| Solareingänge | 2 MPPT-Kanäle mit jeweils bis zu 1.000 W | 2 MPPT-Kanäle mit jeweils bis zu 1.000 W |
| Netzeinspeisung | 0 bis 2.400 W einstellbar, Nulleinspeisung unterstützt | 0 bis 2.400 W einstellbar, Nulleinspeisung unterstützt |
| Inselnetzausgang | 2,4 kW Nennleistung | 2,4 kW Nennleistung |
| Gewicht | rund 40 kg | rund 65 kg |
| Lade- und Entladetemperatur | −10 bis 55 °C | −20 bis 55 °C |
Der ALLPOWERS BS2500 Pro passt eher zu Haushalten, deren Abendverbrauch mit etwa ein bis zwei Kilowattstunden gedeckt werden kann – beispielsweise Router, Beleuchtung, Kühlschrank und Fernseher sowie gelegentliche Küchennutzung.
Der ALLPOWERS BS5000 Pro ist eher für Haushalte gedacht, bei denen regelmäßig ausreichend Solarüberschuss vorhanden ist und der Energiebedarf am Abend und in der Nacht höher ausfällt.
Erweiterungsmöglichkeiten sind modellabhängig. Die offizielle BS2500-Pro-Seite nennt eine Erweiterung auf bis zu 7,8 kWh mit zwei zusätzlichen Geräten. Beim BS5000 Pro werden eine Kapazitätserweiterung und eine Parallelschaltung bis 4.800 W genannt. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die gewünschte Erweiterung zum konkreten SKU, zur Installation und zur benötigten Ausgangsleistung passt.
Diese fünf Punkte sollten Sie vor der Entscheidung notieren
- Abend- und Nachtverbrauch in Kilowattstunden
- maximal wählbare Wechselrichter- und Einspeiseleistung
- Modulleistung, Verschaltung und Ausrichtung
- Geräte, die bei einem Stromausfall weiterlaufen sollen
- Traglast am Aufstellort und vorhandene Messung
Mit diesen Angaben lässt sich in der Kategorie Balkon-Energiespeicher schneller einordnen, welche Speichergröße grundsätzlich zu Ihrem Haushalt und Ihrer PV-Anlage passt.
Häufig gestellte Fragen
Wie messe ich meine Grundlast am Abend?
Notieren Sie den Zählerstand beispielsweise um 22 Uhr und erneut um 6 Uhr, während keine ungewöhnlichen Verbraucher laufen. Die Differenz in Kilowattstunden, geteilt durch acht Stunden, ergibt die durchschnittliche Grundlast in Kilowatt. Einzelne Dauerverbraucher können anschließend mit einem Messstecker geprüft werden.
Was muss ich anmelden und bis wann?
Die Registrierung im Marktstammdatenregister muss nach § 5 Absatz 5 MaStRV innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen. Zusätzliche Meldungen beim Netzbetreiber können nach § 8 Absatz 5a EEG für Steckersolargeräte innerhalb der dort genannten Leistungsgrenzen und bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen nicht verlangt werden.
Brauche ich wirklich einen Notstromausgang?
Das hängt davon ab, welche Geräte bei einem Stromausfall weiterlaufen sollen. Für Kühlschrank, Heizungssteuerung, Router oder andere wichtige Verbraucher kann ein eigener Notstromausgang sinnvoll sein. Bei medizinischen oder anderen kritischen Geräten müssen Nennleistung, Umschaltzeit, Dauerbetrieb und die Eignung des konkreten Systems separat geprüft werden.